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Wissenslandschaft Fremdplatzierung. Praxis und Forschung im Dialog

Bei einer Platzierung in ein Heim oder in eine Pflegefamilie müssen immer aus einmaligen Situationen heraus individuelle Lösungen für das Kind, die Jugendliche, den Jugendlichen gesucht werden. In den verschiedenen Etappen einer Fremdplatzierung, während der Planungsschritte und dann in der Unterbringung selbst, sind Fachpersonen aus unterschiedlichen Professionen und Stellen involviert. Die Jugendanwaltschaft, die Schule, die KESB aber auch die Sozialdienste von Gemeinden und Regionen oder die Kinder- und Jugendpsychiatrie können eine Fremdplatzierung in die Wege leiten. Zudem sind aufgrund der föderalistischen Struktur der Schweiz die beteiligten Akteure und die Prozesse in jeder Region leicht verschieden. Der Bedarf an fachlicher Orientierung ist angesichts dieser Ausgangslage hoch.

Orientierung an empirisch fundierten fachlichen Standards

Hier setzt das Projekt Wissenslandschaft Fremdplatzierung an: Anhand eines idealtypischen Platzierungsprozesses soll die als Wissenslandschaft konzipierte Plattform einen Überblick über die verschiedenen Stationen und über die wichtigsten Fragestellungen geben und es dem Nutzer ermöglichen, sich bei einer bestimmten Frage zu vertiefen und weiterführende Informationen und Materialien aus der Praxis und Forschung zu finden, dies mit dem Ziel, die Entscheidungsfindung transparenter und partizipativer zu gestalten, aber auch noch besser gegenüber Dritten begründen zu können. Die aus fachlicher, (sozial-)pädagogischer Sicht und aus Sicht des Kindswohls relevanten Kriterien bei einer Fremdplatzierung sind nämlich vielfach dieselben - unabhängig davon, aus welchem Grund eine Fremdunterbringung notwendig ist oder welche Stelle eine Platzierung anordnet oder vereinbart. Die Orientierung an diesen empirisch fundierten fachlichen Standards bildet, zusammen mit der Reflexion der eigenen Haltungen und dem Austausch mit anderen Fachpersonen, die Grundlage für ein qualitativ gutes Vorgehen bei einer Platzierung.

Die Plattform WiF.swiss

Die Plattform WiF richtet sich in erster Linie an die zuweisenden und fallführenden Fachpersonen , aber auch Fachpersonen, die hin und wieder mit einer Platzierung zu tun haben, sollen sich auf der Plattform in einfacher und verständlicher Weise zum Themenfeld orientieren können. Nicht zuletzt soll die Plattform aber auch Forschende und Auszubildende ansprechen und für die Ausbildung genutzt werden können.

Dialog zwischen Praxis und Forschung

Beim Erarbeiten der Inhalte für die Plattform WIF beziehen wir ein möglichst breites Spektrum an Expertinnen und Experten aus der Fachpraxis und verschiedenen Hochschulen ein, was die Relevanz und Aktualität der Inhalte garantiert. In Workshops mit Vertretern aus der Praxis werden Schwerpunktthemen, Haltungsfragen und aktuelle Spannungsfelder zur Fremdplatzierung diskutiert und Materialien dazu zusammengetragen. Auf der Plattform WIF sollen schliesslich auch miteinander konkurrierende Erkenntnisse und Ansätze berücksichtigt werden. Zudem hat das Projekt einen Beirat mit Vertretern aus den verschiedenen Berufsfeldern, der darüber wacht, dass das Projekt für die Praxis von Relevanz wird und bleibt.

» zur Plattform Wissenslandschaft Fremdplatzierung www.wif.swiss

» Wissenslandschaft Fremdplatzierung WIF ist ein Kooperationsprojekt von der ZHAW Soziale Arbeit und Integras, Fachverband Sozial- und Sonderpädagogik. WIF wird im Rahmen des Programms BREF von der Gebert Rüf Stiftung gefördert.