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Care Leaver-Studie: Bitte um Unterstützung beim Aufsuchen von Teilnehmer und Teilnehmerinnen

Von Jennifer Erb, Cyril Boonmann und Marc Schmid

«JAEL - Jugendhilfeverläufe: Aus Erfahrung lernen» ist eine Nachuntersuchung der 592 ehemaligen Heimjugendlichen, welche vor 10 Jahren an der MAZ.-Untersuchung teilgenommen haben. Die Suche nach den Care Leaver gestaltet sich schwierig. Wir möchten daher alle sozialpädagogischen Fachkräfte, die in die MAZ.-Untersuchung involviert waren, dazu motivieren, alte Kontakte zu nutzen um über die JAEL-Studie zu informieren und uns bei der Suche nach den ehemaligen MAZ.-Teilnehmer/innen zu unterstützen.

Heute sind die damaligen MAZ.-Teilnehmer durchschnittlich 26 Jahre alt. Mit dem Modellversuch JAEL sollen spezifische Kenntnisse zur sozialen Teilhabe (Gesundheit, delinquentes Verhalten, Finanzen, Beziehungen) von ehemaligen Heimjugendlichen gewonnen werden. Gleichzeitig sollen auch Gelingensfaktoren und Stolpersteine von sozialpädagogischen Prozessen in der Schweiz erforscht und aufgezeigt werden. Die gewonnen Erkenntnisse werden abschliessend in Form eines E-Learning-Programms für sozialpädagogische Fachkräfte direkt in die Praxis zurückfliessen.

Studienablauf. Was die Teilnehmer/innen erwartet

Es hat sich gezeigt, dass wenn ein Kontakt zu den ehemaligen Heimjugendlichen hergestellt ist, fast alle gerne zu einer Teilnahme bereit sind. Die Teilnehmer/innen füllen zunächst online Fragebögen aus. Dies entspricht etwa einem Arbeitsaufwand von 2 Stunden. Im Anschluss finden noch ein bis zwei Tage Face-to-Face Interviews mit den Probandinnen und Probanden statt, wobei sie direkt darüber befragt werden, was sie während der Zeit in der sozialpädagogischen Institution oder bei der Begleitung in die Selbständigkeit als besonders hilfreich erlebt haben bzw. an welchen Stellen sie sich welche Unterstützung gewünscht hätten. In den ausführlichen Interviews mit den ehemaligen Heimjugendlichen hat sich bisher gezeigt, dass die Verläufe sehr unterschiedlich sind und dass mit jeder Geschichte ein wichtiges Puzzleteil hinzukommt um die Stärken und Schwachpunkte der Schweizer Heimerziehung besser verstehen zu können. Für einige der heute jungen Erwachsenen ist es das erste Mal, dass Sie sich intensiv mit der Bedeutung des Heimaufenthalts für ihre weitere Entwicklung auseinandersetzen. Diese Berichte sind ausgesprochen spannend und wertvoll für die Weiterentwicklung der Heimerziehung und Hilfen für junge volljährige «Care-Leaver». Die Teilnehmer/innen werden für die Studienteilnahme mit bis zu 500 CHF Migros-Gutscheinen entschädigt.

Wie SIE uns helfen können

Bis heute haben sich bereits mehr als 100 ehemalige Heimjugendliche entschieden, an der JAEL-Studie teilzunehmen. Der grösste Aufwand der Studie besteht darin, die Teilnehmer/innen der MAZ-Untersuchung nach 10 Jahren wieder aufzufinden. Hier sind wir auf die Unterstützung durch die Institutionen und Sozialpädagogen angewiesen. Aus diesem Grund möchten wir alle sozialpädagogischen Fachkräfte, die in die MAZ.-Untersuchung involviert waren, dazu motivieren, Kontakte zu Mitarbeitenden und ehemaligen Heimjugendlichen zu nutzen und diese über die JAEL-Studie zu informieren. Gerne nehmen wir auch Hinweise darüber entgegen, wer noch Kontakt mit ehemaligen MAZ.-Teilnehmer/innen haben könnte oder wo sich diese derzeit befinden könnten. Zögern Sie nicht Kontakt mit dem JAEL-Team aufzunehmen, gerne beantworten die Mitarbeitenden der JAEL-Studie Ihre Fragen!

JAEL-Fachtage

Wie bereits in einem früheren Newsletter von Integras angekündigt, fanden am 31.08.2018 in Olten und am 28.09.2018 in Lausanne die ersten JAEL-Fachtage statt. Beide waren mit 67, respektive 64, Teilnehmer/innen gut besucht. An beiden Fachtagen entbrannten spannende Diskussionen, wobei diese sich thematisch unterschieden. In Olten wurden die Wege diskutiert, über die wir versuchen mit den ehemaligen MAZ.-Teilnehmer/innen in Kontakt zu treten und welche weiteren Optionen es noch gibt. In der Romandie wurde fachpolitisch diskutiert, wie bedeutsam die Transitionsphase ist. Zudem wurde der Wunsch deutlich, dass das E-Learning nicht spezifisch für die Deutschschweiz, sondern für alle Sprachregionen entwickelt werden soll. Weitere Fachtage werden mit der Präsentation der ersten Ergebnisse im Jahr 2020 folgen.

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Webseite

Ausführlichere Informationen zur MAZ.-Untersuchung und zur JAEL-Studie: Integras berichtete bereits