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Arbeiten mit psychisch kranken Kindern und Jugendlichen

CAS Arbeiten mit psychisch kranken Kindern Jugendlichen

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in psychischen Problemlagen bringt im stationären, wie auch im ambulanten Bereich der Kinder- und Jugendhilfe oft fachliche und persönliche Herausforderungen mit sich. Um den dabei aufkommenden Problemstellungen gerecht werden zu können, benötigen die Fachpersonen spezifische Kompetenzen, Fähigkeiten, Wissensbestände und nicht zuletzt auch Haltungen, mit denen sie dem Adressatenkreis sowie anderen involvierten Professionen gegenübertreten. Nachfolgend wird darauf eingegangen, welche dabei im Vordergrund stehen und wie diese angeeignet werden können.

Dass die Prävalenz von psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe hoch ist, wurde bereits mehrfach durch epidemiologische Studien belegt. Aber auch Fachkräfte in ambulanten Settings sowie Lehrpersonen in den Schulen sind mit Kindern und Jugendlichen konfrontiert, die aufgrund ihrer psychischen Problemlagen im Arbeitsalltag eine Herausforderung darstellen. Entsprechend benötigen die Professionellen in diesen Bereichen spezifische Kompetenzen und Fähigkeiten, aber auch Haltungen, mit denen sie ihrem Adressatenkreis begegnen. Bezüglich der Haltungen gilt es zunächst anzuerkennen, dass die Bewältigung von psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter meistens einen multisystemischen Ansatz erfordert. Dies bedeutet auch eine enge, bestenfalls transdisziplinäre Zusammenarbeit der involvierten Professionen. Des Weiteren muss stets mit Offenheit und Interesse nach dem sich oftmals nicht auf den ersten Blick erschliessenden «guten Grund» bestimmter, teilweise auch (ver)störender Verhaltensweisen gesucht werden. Gerade hierbei sind die reflexiven Kompetenzen der Professionellen gefordert. Dazu wird allerdings ein spezifisches Fachwissen über psychische Störungen benötigt, das dem praxisnahen Deutungs- und Handlungswissen gegenübergestellt werden kann.

 

Dr eberitzsch stefan WIF Mariano Desole, Studienleiter CAS «Arbeiten mit psychisch kranken Kindern und Jugendlichen»
Dr Samuel Keller WIFUkaegbu Okere, Studienleiter CAS «Arbeiten mit psychisch kranken Kindern und Jugendlichen»

 

Habituelle Selbstreflexion

Das «Uno-actu-Prinzip», das besagt, dass die Leistung bei ihrer Erstellung konsumiert wird, ist bei der direkten Arbeit mit Menschen inhärent. Entsprechend ist die Interaktionsverantwortung, die direkt mit der handelnden Fachperson verbunden ist, unteilbar. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, stützen sich die Fachpersonen auf die ihnen verfügbaren Kompetenzen, Fähigkeiten sowie Wissensbestände ab. Zu diesen gehören auch die subjektiven Deutungsmuster, mit welchen eine vorliegende Problemlage gedeutet und damit eine Wirklichkeit geschaffen wird. Eine Wirklichkeit, die unter anderen Gegebenheiten und Perspektiven sich auch völlig anders darstellen könnte. Insbesondere bei der Arbeit mit psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen bedingt dies einerseits eine Orientierung an wissenschaftlich anerkannten Theorien und Methoden und andererseits eine kritische Reflexion der Deutungen, der eigenen und der fremden. Dabei lässt sich eine weitere wichtige Haltung in der lebensweltlichen Offenheit und der kritischen Selbstreflexion finden. Zusammenfassend kann geschlussfolgert werden, dass Fachkräfte, die mit psychisch beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen arbeiten, neben einem spezifischen Können und Wissen, zusätzlich über ein hohes Mass an Selbstreflexion verfügen müssen, das sie habituell anwenden. All dem widmet sich das CAS «Arbeiten mit psychisch kranken Kindern und Jugendlichen» der ZHAW Soziale Arbeit und bietet damit allen Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe, aber auch Lehrpersonen eine wertvolle Zusatzqualifikation.

Weiterbildungsprogramm CAS Arbeiten mit psychisch kranken Kindern und Jugendlichen