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Tagung Sonderpädagogik 2019

Lebendige Schule – gemeinsam unterwegs zur Inklusion. Nationale Standards, Gedanken und Beispiele

3. April 2019, Kongresshaus Biel

Schülerinnen und Schüler, die besondere Formen der Betreuung brauchen, auf besondere Art lernen, werden Regelklassen zugeteilt und fordern das Schulpersonal heraus. Neue Unterrichtsformen müssen gesucht und gefunden, heilpädagogisches Fachwissen unterschiedlichster Art muss einbezogen werden. Wie muss eine Schule aussehen, die diesen Herausforderungen gerecht wird?

Da bisher keine schweizweit etablierten handlungsleitenden Qualitätsrichtlinien oder Standards für eine inklusive Schule existieren, hat Integras die Arbeit aufgenommen, um diese Lücke zu schliessen und nationale Standards für eine inklusive Schule mit Empfehlungen zur Qualitätssicherung erarbeitet. An dieser Tagung wollen wir mit Ihnen eine Standortbestimmung wagen. Diskutieren Sie mit!

Programm

 

Die von Integras erarbeiteten nationalen Fachstandards:
Standards inklusive Schule

Referate

Warum Standards in einer inklusiven Perspektive der heutigen Schule? Cédric Blanc
Referat     UNESCO 2017: Guide pour assurer l’inclusion

Down-Syndrom und Regelschulabschluss? Das geht! Carina Kühne
Referat

Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind gross zu ziehen! Ein multidisziplinäres Lehrerteam für eine gelungene Inklusion. Alexandre Uroz
Referat       Video

Inklusive Volksschule – ja, wenn ... Spannungsfelder, Bedingungen und Chancen aus Schulleitersicht. Bernard Gertsch
Referat

Integration und Inklusion der Schülerinnen und Schüler. Wie der Schulbezirk von Val-de-Ruz seine Arbeit organisiert. Fabrice Sourget
Referat

Gemeinsam einzigartig. Vom alltäglichen Umgang mit Vielfalt in der Schule Luthern. Imelda Ehrenbolger-Kammermann, Michelle Wüthrich
Referat

Kantonale Ansätze in der Volksschule. Grundlagen, Umsetzungsbeispiele, Herausforderungen und Perspektiven. Olga Meier
Referat

Die Entwicklung einer integrationsfähigen Schule. Wo steht die Schweiz im internationalen Vergleich? Gérard Bless
Referat

Herausforderung Schule! Innovative Beispiele im Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten

Tagung Sonderpädagogik 2018

Dienstag, 13. März 2018, Bern

Kinder und Jugendliche mit auffälligem und herausforderndem Verhalten bringen
Lehrpersonen und Schulen oft an ihre Grenzen. Wenn Lehrpersonen und Schulen
überfordert sind, drohen diese Schülerinnen und Schüler aus der Regelschule in andere Settings platziert zu werden. Das ist sowohl für die Lehrpersonen als auch die betroffenen Kinder und Jugendlichen eine schwierige und teilweise auch schmerzhafte Erfahrung. An dieser Tagung stellen wir Konzepte vor, die Schulen darin unterstützen, auch für Kinder mit schwierigem oder auffälligem Verhalten tragfähig zu werden.

Programm

Referate / Conférences

Effiziente Zusammenarbeit in der integrativen Schule. Modelle, Voraussetzungen, Erfolgsfaktoren und Nebeneffekte - Romain Lanners (Referat nicht öffentlich)

Handeln bevor's knallt. Wie Schulen erfolgreich mit herausforderndem Verhalten umgehen - Philippe Dietiker - Referat

Comportements difficiles. Pistes d‘intervention dans une école qui se veut inclusive / Herausforderndes Verhalten. Handlungsansätze einer Schule, die sich als inklusiv versteht - Patrick Bonvin - Referat (fr)

Tagessonderschule Intermezzo. Mehr als eine Zwischenlösung - Danny Koopman - Referat

Quelles réponses pour des élèves susceptibles de mettre l’école en crise? Deux exemples vaudois de modules d’activités temporaires et alternatives à la scolarité. / Module für temporäre Aktivitäten als Alternative zur Schule – Zwei Beispiele aus dem Kanton Waadt - Team MATAS - Referat (fr)

Churermodell. Eine Unterrichtsanlage schafft neue Optionen im Umgang mit Heterogenität und verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern - Reto Thöny - Referat

Inklusion, ja!
Perspektive Berufsbildung

Tagung Sonderpädagogik 2017

Freitag, 24. März 2017, Kulturcasino, Bern

Erst Schule, dann Ausbildung, dann Arbeit, dann lebenslanges Lernen – ein ganz normaler Weg, scheint es. Junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf werden heute im Regelfall integrativ / inklusiv geschult, dann folgt die inklusive Berufsausbildung, dann öffnet sich ein inklusiver Arbeitsmarkt… oder doch (noch) nicht?

An der Tagung vom 24. März 2017 wurde das Thema Inklusion in der Berufsbildung aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet: aus der Perspektive von Betroffenen, Begleitpersonen, Unternehmen, Invalidenversicherung und Berufsbildnern. Zudem wurden mögliche technologische und gesellschaftliche Entwicklungen des Arbeitsmarktes in der Zukunft reflektiert. Welche Chancen und Herausforderungen werden sich für die Inklusion ergeben? Welches Inklusionsverständnis setzt inklusive Berufsbildung voraus? Diese Fragen begleiteten die Teilnehmenden durch den Tag.

Tagungsprogramm

Referate

Pladoyer für Inklusion auch in der Berufsbildung. Konzeptionelle Überlegungen im Spiegel von Expertenmeinungen - Ruth Enggruber

Referat

Weiterentwicklung IV. Was können wir von der IV für sie tun, damit sie uns nicht brauchen? - Stefan Ritler

Referat

Die Arbeitswelt von 2035. Technologische und gesellschaftliche Trends
Jacub Samochowiec

Referat

Inklusive Berufsbildung unter besonderer Berücksichtigung berufsintegrativer Kompetenzen von Berufsbildenden - Silvia Pool-Maag

Referat

Firmen im Spannungsfeld von Wirtschaft und angepassten Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Das Beispiel asperger Ag - Susan Conza

Referat

Geschützer Arbeitsplatz im Betrieb, eine Alternative zur geschützten Werkstätte Laure Marcos und Raphaël Fridez

Referat (fr)

Coordinateur en insertion professionnelle: une formation innovante axée compétences - Jennifer Duperret und Sarah Urfer Nguyen

Referat (fr)

 

 

Tagung Sonderpädagogik 2016

Fachwissen - zur rechten Zeit am rechten Ort

Sonderpädagogische Institutionen haben eine besondere Verantwortung, die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen individuell in ihren Fähigkeiten, in ihrer Bildung und ihrer Selbständigkeit zu fördern. Um diese Aufgabe professionell zu tätigen, müssen die heilpädagogischen Lehrpersonen auf dem fachlich aktuellen Stand sein und bleiben. Sie sind auf einen raschen und unkomplizierten Zugang zu Fachwissen, zu Hilfsmitteln, zu Ideen und Handlungsstrategien angewiesen.

Wie wird dieses Fachwissens- und Kompetenzmanagement gefördert? In welcher Verantwortung stehen hier Institutionsleitende und Ausbildungsinstitutionen? Welche Herausforderungen stellen sich in der integrativen Schule? An der Tagung werden Wege zu einem guten Fachwissensmanagement erkundet und Beispiele aus der Praxis präsentiert.

Tagungsprogramm

Referate

Schulentwicklung im Kontext von Inklusion und Leistung – professionelle Herausforderungen und Unterstützungsmöglichkeiten für Lehrpersonen
Tanja Sturm

Aufgaben und Kompetenzen von Schulischen Heilpädagogen/innen in der inklusiven Schule. Schnittstellen – Kooperationen
Josef Steppacher

Schürmatt-Akademie und mehr. Die lernende Organisation Stiftung Schürmatt in der Praxis
Werner Sprenger

Professionalisation et gestion des connaissances: L`exemple du CPHV (Professionalisierung und Fachwissensmanagement: Beispiel des Pädagogischen Zentrums für Kinder mit Sehbehinderungen CPHV Lausanne)
Frédéric Schütz

«Tanne-Grundkompetenz» – Wie die Schweizerische Stiftung für Taubblinde ihre Fachkompetenz erhält, entwickelt und vermittelt
Mirko Baur

Kompetenzmanagement in der Integrativen Sonderschulung
Daniela Dittli

 

 

Tagung Sonderpädagogik 2015

Wenn Kinder Grenzen sprengen Der Umgang von Profis mit Macht und Ohnmacht

Wir stellen fest: Kinder und Jugendliche in Schulen – auch in Sonderschulen – zeigen häufiger auffälliges Verhalten. Sie «stören» die Abläufe und bringen Institutionen an ihre Grenzen. Wie können wir dieses herausfordernde Verhalten verstehen, wie ihm begegnen? Unsere Welt verändert sich ständig, wobei die Geschwindigkeit der Veränderungen zunimmt. Das schafft Orientierungslosigkeit. Wie können wir Menschen da noch mithalten? Wie schaffen wir Normen und Werte um uns immer wieder neu zu orientieren? Und was geschieht mit unseren Kindern in diesem turbulenten Prozess?

Ist es diese Orientierungslosigkeit, die Kinder und Jugendliche dazu bringt, uns Erwachsene Grenzen erfahren zu lassen? Die Institutionen sind gefordert, indem sie immer wieder neue Wege suchen und Massnahmen erarbeiten müssen. Partnerschaftliche, offene Zusammenarbeit mit Menschen führt immer wieder zu Grenzerfahrungen. Dabei ist gar nicht immer klar, wer für die Grenze verantwortlich ist: Ist es das Verhalten eines Menschen, das so stark herausfordert, dass wir keine Antwort mehr darauf haben? Oder ist es unsere eigene Fähigkeit, unsere Erwartung und Forderung, die dem anderen Menschen nicht entspricht und ihn an seine Grenze führt?

Wir wollen mehr darüber wissen, was in unserer Gesellschaft passiert, dass so viele Kinder, auch Kinder mit Behinderungen, uns Fachpersonen an Grenzen bringen. Wie ist das neurologisch zu erklären? An welche Grenzen führen uns die Kinder und Jugendlichen? Wie können wir sinnvolle Grenzen erkennen und diese auch setzen? Grenzen setzen, auch vorübergehende Versetzung der Kinder in ein anderes Setting, heisst nicht, die Verantwortung abgeben! Anhand konkreter Beispiele wollen wir erfahren, wie Sonderschulen mit Kindern und Jugendlichen mit aggressivem oder schwierigem Verhalten umgehen. Uns interessiert, welche Rolle die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden spielen und was die Vernetzung der Sonderschulen für positive Effekte für den Umgang mit auffälligem Verhalten haben könnte.

Referate

Transformation de notre société Conséquences sur la pédagogie spécialisée
Jean-Paul Gaillard

Wann ist Lernverhalten auffällig?
Elsbeth Stern

Aggressives Verhalten von Schülerinnen und Schülern in institutionellen Kontexten
Alexander Wettstein

Bündner Standard – ein Instrument zum Umgang mit Grenzen … und seine Nebenwirkungen
Martin Bässler und Jörg Leeners

Ich kann nicht mehr, ich brauche Hilfe! Instrumente zum Umgang mit Tragfähigkeit
Jean-Daniel Bloch

Schnittstellen KESB – Sonderschulen
Sven Coljin

Das Helfersystem des Kantons Wallis im Rahmen der Verhaltensauffälligkeiten von Schülerinnen und Schülern. Entstehungsgeschichte, Bilanz und Ausblick
Marcel Blumenthal

 
   

Tagung Sonderpädagogik 2014

Integration behindert. Wie die Ressourcensteuerung die Integration beeinflusst

Die Zahl von Sonderschulmassnahmen nimmt in der Schweiz im Verhältnis zur gesamten Anzahl Schülerinnen und Schüler stetig zu. So hat sich zum Beispiel in der Stadt Zürich die Anzahl der Kinder, die mit der Diagnose «geistige Behinderung» von der Sonderschule betreut werden, in den vergangenen fünf Jahren vervierfacht, bei nahezu gleich bleibenden Gesamtzahlen. Auch der Anteil an ambulanten heilpädagogischen Massnahmen zur Stützung der Regelschule hat zugenommen.

Viele Schulleitungen stehen vor dem Dilemma, eine integrative Schulform aufzubauen und gleichzeitig, um dieses Ziel zu erreichen, Kinder als behindert stigmatisieren zu müssen. Diese Tendenz lässt aufhorchen und Fragen stellen: Ist die Diagnostik für sonderpädagogische Massnahmen in der Krise? Sind die zuständigen Stellen nicht mehr fähig, Menschen mit und ohne Behinderungen zu unterscheiden?

Die Diagnostik löst durch die Definition einer Sonderschulbedürftigkeit nicht nur besondere Massnahmen für einzelne Schülerinnen und Schüler aus, sondern lässt auch Ressourcen aus einem anderen, besonderen Ressourcentopf in die Schule fliessen. So hat die Diagnosestellung durch die Einführung der Integrierten Sonderschulung eine neue Funktion bekommen: Sie kann der Regelschule zu zusätzlichen Ressourcen verhelfen.

Der Entscheid auf politischer Ebene, Integration umzusetzen, ist eigentlich klar: Sonder- und Regelschule sollen partnerschaftlich zusammenarbeiten, Regel und Sonderschulpädagogik sollen sich ergänzen. In der zunehmenden Zusammenarbeit von Regel- und Sonderschule dürfen und sollen auch hergebrachte Organisations- und Finanzierungswege hinterfragt und neue Modelle gedacht werden. Dabei stellen sich ganz besonders zwei Fragen: Ist eine Verknüpfung von Diagnostik mit der Ressourcenzuweisung in der heutigen Schullandschaft sinnvoll? Soll die Heilpädagogik, insbesondere die Sonderschulung, ein eigenständiges Dasein pflegen und der Regelpädagogik und der Regelschulung gegenüber stehen? Oder gilt es, auch Möglichkeiten zu suchen, wie die Heilpädagogik, die Sonderschulung Teil einer starken und tragfähigen Schule für alle wird?

Referate

Roland Reichenbach
Im Schatten eines Ideals – Motive, Rhetorik und Fragen der Intergrationspädagogik

Beatrice Kronenberg
Steuerung und Diagnostik der Sonderpädagogik vor und nach Inkraftsetzung der NFA

Alexandra Schubert
Umsetzung SAV in den Kantonen am Beispiel AR und Ostschweiz

Julia Rennenkampff
Finanzsteuerung in der Stadt Zürich: Ökonomische und pädagogische Sichtweise – Übereinstimmung oder Widerspruch?

Jean-Daniel Nordmann
Je suis normal mais je me soigne …! Une réflexion sur la normalité et ses critères

Tagung Sonderpädagogik 2013

Eine Schule für Alle – ein Lehrplan für Alle?

Ist die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen und Verhaltensschwierigkeiten in die Regelschule ein Erfolgsmodell ist oder ist sie gescheitert? Die Schule übernimmt grundsätzlich, als Spiegel von gesellschaftlichen Regeln, eine selektierende Funktion, indem Schülerinnen und Schüler in ihren Leistungen bewertet werden und so bestimmte Schulstufen erreichen können oder eben nicht. In den Haltungen von Lehrpersonen, SchulleiterInnen, Schulbehörden, PolitikerInnen sowie Eltern ist das Modell der Separation tief verankert.

Strukturen wie zum Beispiel die Finanzierungsmodalitäten der besonderen Schulung oder die Leitbilder der Regelschulung sind einer integrativen Praxis noch nicht angepasst. Das erschwert es den Lehrpersonen, Schulleitungen und Schulbehörden im Alltag integrativ zu denken und zu handeln.

Die Erarbeitung eines neuen Lehrplanes könnte die Chance sein, integratives Denken in den Schulstrukturen festzulegen. Aber packen Lehrplan 21, der in der Deutschschweiz zur Zeit erarbeitet wird, und der Plan d’études romand (PER), der in der Romandie bereits in Kraft ist, diese Chance?

An unserer Tagung erfahren wir, was auf der strategischen Ebene angedacht wurde, wie der Lehrplan der Romandie in der Praxis wirkt, was im Lehrplan 21 der Deutschschweiz stehen wird und wie er erarbeitet wurde. Auch auf die Frage des Widerspruchs zwischen curricularem und entwicklungslogischem (also von der individuellen Entwicklung des Kindes ausgehenden) Denken wird eingegangen.

Für die Umsetzung im Schulalltag sind die Anforderungen an die Lehrpersonen entscheidend. Präsentiert wird eine Kompetenzskala, welche die speziellen Förderziele von SchülerInnen mit Behinderungen standardisiert. Dann interessiert uns die Sichtweise und Haltung der SchulleiterInnen zum Lehrplan und dessen Umsetzung sowie zur Frage der Integration. Mit einem Beispiel aus der Praxis gelangen wir am Schluss der Tagung ins Konkrete!

Referate

HarmoS – Lehrplan Westschweiz – besonderer Bildungsbedarf: dasselbe Gefecht?
Olivier Marada

Im Zeichen der Kompetenzorientierung - Der Lehrplan 21 und seine Auswirkungen
auf die Sonderpädagogik
Walter Berger

Integration durch Zusammenarbeit im Unterricht - Anforderungen an einen Lehrplan und seine Umsetzung
Reto Luder

«Nun sag, wie hast du’s mit der Integration?» Eine Gretchenfrage an die Standards für
Lernen und Entwicklung
Christian Liesen

Zwischen Forderung und Überforderung - Gelingensbedingungen für die Integration
unter besonderer Berücksichtigung des Lehrplan 21
Bernard Gertsch

Der Lehrplan Westschweiz und die Sonderpädagogik - Mögliche Anpassungen?
Séverine Biselx Smith und José Barroso

Tagung Sonderpädagogik 2012

Übergang Schule – Beruf - Sonderpädagogische Förderung im Dienste des Marktes?

Spätestens mit dem Übergang in die Berufsbildung zeigt sich, ob Jugendliche mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen gleiche Chancen haben wie andere Jugendliche. Ist es beispielsweise ethisch vertretbar, die Möglichkeiten zur Berufsbildung für Jugendliche mit Behinderungen an eine spätere «Verwertbarkeit» zu koppeln? Gibt es einen Platz für sie in der Arbeitswelt, den sie mittels Brückenangeboten, geeignetem Lernort, sonderpädagogischer Unterstützung in Praxis und Berufsschule und an sie angepassten Lerninhalten anstreben können? Und können auch diese Jugendlichen und jungen Erwachsenen vom modularen Berufsbildungssystem profitieren, indem sie von durchlässigen Angeboten Gebrauch machen können?

Wir stellen fest, dass der Übergang von der Schule zum Beruf für Jugendliche mit Behinderungen nicht einfach ist, weil es Lücken gibt in der Zuständigkeit, Hürden in der Finanzierung und offene Fragen in der Berufsbildung. In den sonderpädagogischen Konzepten, die in den meisten deutschschweizer Kantonen in Kraft sind, fehlen weitgehend Hinweise dazu. Die betroffenen Stellen und Ämter sind mit neuen Aufgaben konfrontiert: zum einen weil die Integration auch in der Berufsausbildung weitergeführt werden muss, zum andern weil Sparmassnahmen in der IV zur Folge haben, dass weniger Massnahmen für die erstmalige berufliche Ausbildung zugesprochen werden, obwohl gemäss NFA diese Aufgabe bei der IV liegt. Eine klare Regelung der Finanzierung ist aus unserer Sicht aber Voraussetzung, damit diese Schnittstelle im Sinne einer bestmöglichen Ausbildung für die Jugendlichen funktionieren kann.

An der Tagung Sonderpädagogik 2012 in Bern werden die Fragen rund um diese Schnittstelle aus drei Perspektiven beleuchtet: Aus der sonderpädagogischen Forschung, von Seiten der Arbeitgeber und von der IV-Stellen-Konferenz.

Referate

Berufliche Integration für alle? Schutz- und Risikofaktoren im Übergang Schule-Berufsbildung-Erwebsleben
Prof. Dr. Kurt Häfeli, Hochschule für Heilpädagogik HfH, Zürich

Im Wespennest der Zuständigkeiten - Berufliche Integration zwischen Anspruch
und Wirklichkeit
Roland Hohl, Interessengemeinschaft Kaufmännische Grundbildung IGKG Schweiz, Bern

Übergänge und berufliche Massnahmen der IV: Gebrauchsanweisung und Schnittstellen
Marie-France Fournier, kantonale IV-Stelle Wallis

Übergang Schule – Beruf: Brückenschlag in die Arbeitswelt
Cédric Blanc, Fondation et École d’enseignement spécialisé Verdeil, Lausanne
Raymond Léchaire, Coop Westschweiz

Von der Schule in den Beruf - Wie gelingt der Übergang in die Berufsbildung?
Regina Barth, Stiftung Bühl, Wädenswil

Informationen: VertreterInnen von kantonalen Arbeitsgruppen zum Thema Übergang
Schule – Beruf für sonderpädagogisch geförderte Jugendliche

Tagung Sonderpädagogik 2011

Pädagogik Finanzen Politik - Auslegeordnung Sonderschulung drei Jahre nach NFA

Als Jahrhundertwerk wurde die NFA bei ihrer Einführung bezeichnet. Alles sollte dank des Grundsatzes «Wer zahlt, befiehlt» einfacher werden. So auch die Sonderschulfinanzierung. Es bestand die Hoffnung, dass die NFA das komplizierte und ausdifferenzierte Regelwerk der IV ablösen werde und die Integration behinderter Kinder erleichtere.

Die NFA ist nun seit drei Jahren in Kraft. Damit ist auch der Zeitpunkt gekommen, innezuhalten und eine Standortbestimmung vorzunehmen. Uns interessiert die Situation der Sonderschulung. Pädagogik, Finanzen und Politik sollen im Zentrum stehen. Das hat uns zu folgenden Fragen geführt:

  • Weshalb steigt die Anzahl der Sonderschulplätze, wenn doch Integration angesagt ist?
  • Wie wird die Regelschule für ihre Aufgabe der Integrativen Schulung ausgestattet?
  • Wurden Abläufe und Administration vereinfacht?
  • Sind die Entscheide näher beim Kind, bei seinem Bedarf?
  • Richtet sich das Angebot im Kanton nach den Finanzen oder nach dem Bedarf?
  • Die Kosten von Sonder- und Regelschule fallen nun in der Regel bei der gleichen Verwaltungseinheit an. Was bedeutet das für die Sonderschulung?

Der neue Rahmen der Sonderschulung, das sonderpädagogische Konkordat, ist seit dem 1. Januar 2011 in Kraft. Elf Kantone beteiligen sich daran. Viele Kantone haben bereits ein sonderpädagogisches Konzept erarbeitet, in dem die Rahmenbedingungen für die Umsetzung des sonderpädagogischen Auftrags festgehalten sind. Mit dem Konkordat erhalten das Abklärungsverfahren ebenso wie die gemeinsame Terminologie und die Qualitätsvorgaben eine höhere Verbindlichkeit.

Das Ziel der Tagung ist, eine Auslegeordnung aus der Sichtweise von Forschung und Lehre, Politik, Administration, Eltern und Institutionen zu machen. Dabei ist das Zusammenspiel der drei Bereiche Pädagogik, Finanzen und Politik entscheidend für die Qualität der Regelung der Sonderschulung in den einzelnen Kantonen.

Referate

Von der Separation zu noch mehr Separation? Reflexionen zur Sonderschulung
Prof. Dr. Elisabeth Moser, Lehrstuhl Sonderpädagogik Bildung und Integration, Universität Zürich

Hält die NFA, was sie uns versprach? Sonderpädagogische Konzepte, Prozess derUmsetzung und Vorgaben der Kantone
Elisabeth Baume-Schneider, Regierungsrätin Kanton Jura

Die Sonderschulung im Haus der Volksschule – der Kanton als Hausverwalter
René Broder, Fachstelle für Sonderschulung, Jugend- und Behindertenhilfe Kanton Basel-Landschaft

Vom Ende der Übergangzeit zur Umsetzung der Konzepte
Fouzia Rossier, Amt für Sonderpädagogik Kanton Freiburg

Gesicherte Besitzstände, vertane Chancen? Einschätzungen aus Sicht der Elternorganisation insieme
Heidi Lauper, insieme Schweiz, Bern

Marktplatz Sonderschulung - Im Spannungsfeld zwischen Nachfrage undSteuerung
Markus Keller, Stiftung Sprachheilschulen im Kanton Zürich

 

Tagung Sonderpädagogik 2009

Be-hinderung in der Schule - Zusammenarbeit zwischen Regel- und Sonderschule

Veränderungen brauchen Information und Diskussion. Die Integration von Kindern mit Behinderungen in die Regelschule ist eine grosse Herausforderung für alle Beteiligten. Seit der Einführung der NFA (Neuer Finanzausgleich zwischen Bund und Kantonen) besteht der politische Auftrag, Kinder mit Behinderungen in die Regelschule zu integrieren. Schul- und Sonderschulleitende sind also in besonderem Masse gefordert, denn sie müssen diesen Auftrag umsetzen. Die Frage ist nun: Wie gelingt die Integration von Kindern mit Behinderungen oder was be-hindert ein gutes Gelingen?

Bisher gab es wenig Berührungspunkte zwischen Sonderschule und Regelschule. Sie entwickelten sich weitgehend unabhängig voneinander. Nun müssen sie gemeinsam die Aufgabe der Schulung von Kindern mit und ohne Behinderung bewerkstelligen. Während für einige Kinder mit Behinderungen nach wie vor die Sonderschule die bestmögliche Förderung bietet, werden andere in der öffentlichen Volksschule, im Dorf oder im Quartier, integriert gefördert, in ihrer Entwicklung unterstützt und erleben Inklusion.

Um diese Kinder geht es an unser Tagung in Biel: Leiterinnen und Leiter von Sonder- und Regelschulen befassen sich hier mit fachlichen, politischen und finanziellen Fragen der Integration.

Wir beschäftigen uns mit den Bedingungen, die zu einer erfolgreichen Integration führen, geben neue Impulse und bieten eine Plattform für Leitungspersonen beider Schulsysteme, um sich inhaltlich zu vertiefen und von Vernetzung zu profitieren.

Die Referate der Tagung führen zu den zentralen Fragen einer Schulleitung:
„Wie und wieweit kann die öffentliche Schule zur integrativen Schule umgestaltet werden? Was brauchen Schulleitende, um ihre Schule mit Erfolg integrativ zu gestalten? Wie können Regelschülerinnen und Sonderschüler von der integrativen Schulung profitieren? Sonderschulen verfügen über das nötige Know-How zur Schulung und Förderung von Kindern mit Behinderungen, wie können sie ihr Wissen bei der Integration einbringen?“ Nicht zuletzt geht es auch um politische und fachliche Rahmenbedingungen für Sonder- und Regelschulen, damit der Auftrag der Integration auch wirklich erfüllt werden kann.

In diesem Spannungsfeld bewegt sich diese Tagung von Integras, dem Fachverband für Sozial- und Sonderpädagogik und dem Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz, VSLCH.

Referate

Integration, Inklusion – Fusion? Zur Gestalt(ung) integrativer Schulkulturen
Annemarie Kummer Wyss, Pädagogische Hochschule Zentralschweiz

Wenn Integration zum Nachhilfeunterricht verkümmert
Daniel Abgottspon, Insieme Oberwallis
Franziska Schmid, Heilpädagogische Schule und Schulinternat Glis

Eine integrationsfähige Schule
Prof. Dr. Gérard Bless, Heilpädagogisches Institut der Universität Fribourg

Integration – zwischen Korsett und Beliebigkeit. Zum Balanceakt zwischen kantonalen Leitplanken und lokalem Gestaltungsspielraum

Prof. Dr. Peter Lienhard-Tuggener, Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik, Zürich

Aktuelles zu Tagungen

  • 14.05.2020

    XVI EUSARF 2021 Konferenz in Zürich: «The perspective of the child»

    weiter

  • 02.03.2020

    Publikation Brunnen-Broschüre: «Hör uf, süscht bring di um!»

    weiter

  • 02.03.2020

    Rückblick Plattform Fremdplatzierung 2020: Wie gelingt uns «Bientraitance»?

    weiter

  • 03.12.2019

    Rückblick auf die Brunnentagung 2019: «Hör uf, süscht bring di um!» Grenzen und Grenzüberschreitungen

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  • 09.09.2019

    Nationales Projekt «Pflegekinder – next generation», Tagung vom 25. Oktober 2019

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  • 01.07.2019

    Tagung Kinderrechte «Vorbild wirkt mehr als Vorschrift». 30 Jahre Kinderrechtskonvention

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