fremdplatzierung.jpg

Tagung Plattform Fremdplatzierung 2010

Schnittstelle, Bruchstelle, Nahtstelle?!
Zusammenarbeit im Platzierungsprozess

Werden Kinder und Jugendliche fremdplatziert, geschieht das oft unter Zeitdruck. Es bleibt kaum Raum, das betroffene Kind richtig zu informieren, Rollen zu klären, Abläufe zu definieren und für das Kind, den Jugendlichen transparent umzusetzen. Doch: Sind die Weichen am Anfang richtig gestellt, kommt man ans gewünschte Ziel.

Was ist zu beachten, damit solch grosse Veränderungen für die Kinder, Jugendlichen und ihre Familien sorgfältig gestaltet werden können? Wer sind die Beteiligten und welche Rollen und Aufgaben kommen zu welchem Zeitpunkt auf sie zu? Fragen, die man sich nicht erst stellen kann, wenn man handeln muss.

Integras startet eine neue Veranstaltungsreihe zu den verschiedenen Phasen der Fremdplatzierung. In der ersten Tagung öffnen wir den Blick für die Zusammenarbeit zwischen den stationären Einrichtungen und den zuweisenden Stellen; die Schnittstelle von der Entscheidung bis zum Eintritt des Kindes, dem Jugendlichen in eine Einrichtung. Wir stellen Modelle der Zusammenarbeit aus der Deutschschweiz und der Westschweiz vor. Sie zeigen auf, wie dieser Prozess bewusst und aktiv gestaltet werden kann. Jedes Kind und jede Jugendliche hat eine Biografie, Bedürfnisse und einen Willen. Die UN-Konvention über die Rechte des Kindes formuliert, dass Kinder und Jugendliche, die von ihren Eltern getrennt werden, ihre Meinung äussern dürfen und diese angemessen und entsprechend Alter und Reife zu berücksichtigen ist.

Referate

Gestern verdingt, heute fremdplatziert – und morgen?
Ein Gang durch die Geschichte der ausserfamiliären Erziehung der Schweiz, aufbauend auf den Erfahrungen der Ausstellung Enfances volées – Verdingkinder reden
Basil Rogger

Perspektive aufnehmender Einrichtungen
Die «richtige Massnahme» oder «richtig» Mass nehmen
Martin Bässler

Kindeswohl und Kindeswille
Beteiligung von Kindern an den Entscheidungen einer Unterbringung
Jörg Maywald

Der Fremdplatzierungsprozess in Neuenburg
Frédéric Schallenberger und Jean-Marie Villat

Konzeption der Indikationsstellung, der Schittstellen und Kooperation mit den
Einrichtungen
Ein Modell aus dem Kanton Basel-StadtStefan Blülle