Rückblick Webinar re:connect

Die Webinarreihe «Lost in Space – stationär untergebrachte Jugendliche gut im digitalen Raum begleiten» bietet Fachpersonen einen praxisnahen Zugang zum Thema Digitalisierung in sozialpädagogischen Einrichtungen. 

«Also die Sozis reden schon mit uns darüber, aber nicht so gute Sachen. So jaaa, Handy ist nicht gut und so, oder, ja, keine Ahnung.» Jugendlicher, Projekt Re:connect 

Wie nutzen junge Menschen digitale Medien?

Durch das Zusammenführen von Aussagen und Perspektiven von Kindern und Jugendlichen beleuchtet das Projektteam, wie junge Menschen digitale Medien nutzen, welche Bedürfnisse sie im Umgang mit Medien haben, welchen Risiken sie begegnen und wie sie ihre eigenen Grenzen – oder deren Überschreitung – wahrnehmen. 

Das Projekt Re:connect hat vier Regelungsmuster im Umgang mit digitalen Medien in  Einrichtungen identifiziert: 

1. Plötzlich auf Null:  
«Verordnete digitale Abstinenz» wird unterschiedlich erlebt. Der totale Medienentzug kann zu Stress und Verunsicherung führen und eine unbegleitete Rückgabe digitaler Medien zu einer Überforderung. 

2. Digitale Medien verdienen:  
Medienzeiten müssen verdient werden (Belohnung und/oder Bestrafung), was eine klare Struktur schafft. Typischerweise reduziert sich dabei der Dialog auf die Nutzungsdauer, Bedürfnisse der Jugendlichen und Medieninhalte werden kaum thematisiert. 

3. Privat ist privat:  
Die Verantwortung für den Medienumgang liegt bei den Jugendlichen. Das minimiert das Konfliktpotenzial im Alltag, allerdings fehlt eine sozialpädagogische Begleitung und Unterstützungsbedarf kann unbemerkt bleiben. 

4. Wie geht es dir online?  
Individuelle Begleitung der Jugendlichen bei der Auseinandersetzung mit der digitalen Welt, was die Reflexion des Online-Handelns und den Aufbau von Selbstregulationsstrategien fördert.  

Dank eines partizipativen und dialogorientierten Ansatzes konnten die Teilnehmenden des Webinars ihre berufliche Praxis reflektieren und Erfahrungen austauschen. Gemeinsam wurde diskutiert, wie Kinder und Jugendliche in diesem hochaktuellen und oftmals schwer zugänglichen Teil ihres Lebens bestmöglich begleitet werden können. Ziel ist es, ihre Medienkompetenz zu stärken und sie in ihrer sicheren und selbstbestimmten Teilhabe an der digitalen Welt zu unterstützen. 

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